Über das Quintfagott schrieb Hector Berlioz in
seiner Instrumentationslehre, daß es für das eigentliche Fagott in
der Höhe dasselbe, was das Englisch Horn für die Oboe in der Tiefe ist
und beklagt in diesem Zusammenhang den großen Nachteil für die
Blasinstrumenten-Orchester, daß man die Fagotte fast ganz aus ihnen
verbannt hat; der rauhe, scharfe Klangcharakter solcher Orchester
wurde durch eine entsprechende Anzahl großer und kleiner Fagotte
erheblich gemildert.
In der Tat waren die "kleinen Fagotte" im
18.Jahrhundert weit verbreitet; Fagotte wurden wie Oboen oder zuvor die
Pommern und Dulziane in Familien gebaut und so ist es nur zu bedauern,
daß mit dem Herausbilden der Symphonieorchester die bestehende
Instrumentenvielfalt immer mehr verarmte.Seine Wiedererweckung verdankt
das Quintfagott aufgrund seiner Handlichkeit (kleinere Mensurierung) dem
Interesse junger Schüler, die bereits ab dem Vorschulalter das
Fagottspiel erlernen möchten.
Auf der Suche nach geeigneter Literatur für das
Instrument war festzustellen, daß eine ganze Reihe bekannter Werke für
Fagott (gegriffen eine Quinte tiefer und damit auf dem Quintfagott
wieder original klingend) weitaus bequemer zu spielen sind.
Die bekannte e-moll-Sonate von Benedetto Marcello
hat sich für das Quintfagott als geradezu prädestiniert erwiesen und
kann sehr früh in den Unterricht eingebunden werden.
Die vorliegende Ausgabe folgt weitgehend den Londoner und Pariser
Erstdrucken. Nur an wenigen Stellen wurde die konzertierende Stimme zum
Atmen etwas "gelüftet".
Den Generalbaß wurde dankenswerterweise von David Timm ausgesetzt.